Nach dem Amok-Attentat: Bundeskanzlerin Merkel fordert unangemeldete Waffenkontrollen – Verbote alleine genügen nich

Nach dem Amok-Attentat: Bundeskanzlerin Merkel fordert unangemeldete Waffenkontrollen

Verbote alleine genügen nicht – Intelligente und gute Alternativen müssen geboten werden

Von Andreas Klamm


Angela Merkel informierte: Wir müssen alles tun, um zu schauen, dass Kinder nicht an Waffen kommen.” Foto: Andreas Klamm / Archiv

Winnenden / Stuttgart / Berlin. 16. März 2009. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hat sich in einem Interview mit dem Deutschlandfunk für stärkere Kontrollen von Waffenbesitzern als Konsequenz nach dem Amok-Attentat auf die Albertville-Realschule in Winnenden ausgesprochen.

Die Kanzlerin sagte: „Wir müssen alles tun, um zu schauen, dass Kinder nicht an Waffen kommen.“

Überraschenderweise äußerten politische Vertreter aus den Reihen der SPD Bedenken an diesem Vorhaben.

Der Wunsch besorgter Menschen und Eltern, die ihre Kinder, junge, besonders verletztliche und Schutz-bedürftige Schüler und Schülerinnen geschützt wissen wollen ist nach dem schweren Massaker von Winnenden verständlich. Bei dem Amok-Attentat auf eine Realschule in Winnenden wurden insgesamt neun Schülerinnen und Schüler, drei Lehrerinnen und drei Passanten getöten und mindestens sieben weitere Menschen inclusive zwei Polizei-Beamte beim Einsatz schwer verletzt.

Sicherlich wäre es falsch, 82 Millionen Menschen unter den General-Verdacht zu stellen, dass es sich um alle Menschen in Deutschland um „potentielle Amok-Attentäter“ handeln könnte. Die Forderungen und Konsequenzen nach Verstärkung der Schutz-Maßnahmen der Sicherheit von Schülern und Schülerinnen sowie Lehrern und Lehrerinnen erscheint hingegen gerade zu verständlich.

Unangemeldete Kontrollen in Bezug auf die richtige Aufbewahrung von Waffen und Munition bei Sport-Schützen und anderen Waffenbesitzern erscheinen als eine der sinnvollen und auch Kosten-schonenden, einfach zu realisierenden Maßnahmen.

Zumindest die Eingangs-Türen von Schulen und möglicherweise auch die Klassenzimmer-Türen mittels Code-Türen oder Schüler-ID-Karten zu schützen, könnte eine weitere recht einfach zu realisierende Schutz-Maßnahme sein, die keineswegs nicht nur in New York City und in zahlreichen weiteren amerikanischen Städten in Schulen und Universitäten mit Erfolg angewendet wird, sondern auch in Deutschland.

Bei vielen Intensiv-Stationen in Krankenhäusern ist der Zugang zu den Intensiv-Stationen beispielsweise mittels Code-Türen gesichert, da dort besonders Schutz-bedürftige Menschen gepflegt werden, die oft sehr schwer krank sind.

Ein ganz praktisches Beispiel kommt aus der deutschen Politik selbst. Alle Landtage in Deutschland und auch der deutsche Bundestag sind ohne Zweifel Teil der öffentlichen Gebäude in Deutschland. Doch der Zugang zu diesem Teil der öffentlichen Gebäuden, den Landtagen in Deutschland und dem deutschen Bundestag in Berlin, ist meist nur mittels Einlass-Kontrolle möglich.

Wenn einige besorgte Eltern jetzt die Frage stellen: „Ob denn das Leben von Politikern und Politikerinnen mehr Wert sei als das Leben besonders Schutz-bedürftiger Schüler und Schülerinnen.“, dann wird die Sorge von Eltern, die von dem Amok-Attenat erfahren oder gar betroffen sind, welche sinnvolle Möglichkeiten es für die Zukunft gibt, das Leben von Schülern, Lehrern und auch Besuchern einer Schule oder in anderen öffentlichen Gebäuden, zu schützen, besser verstehbar.

In einigen Arbeitsagenturen und ARGE-Agenturen (Arbeitsgemeinschaften zur Regelung der ALG II/Hartz4-Gesetze) werden sogar Sicherheits-Dienste eingesetzt, weil man sich nach zahlreichen Zwischenfällen offenbar auch in diesen öffentlichen Bereichen der Gefahren bewusst geworden ist, die entstehen können, wenn Menschen hoffnungslos verzweifeln oder möglicherweise auch psychisch krank sind.

Jährlich werden für den Schutz von Politikern und Politikerinnen der Landtage in Deutschland und des deutschen Bundestages mehrere Millionen Euro für den Schutz von Politikern und Politikern in Deutschland mittels Schutzanlagen und dem Einsatz von Personenschützern durch die Solidargemeinschaft der Steuer- Gebühren- und Versicherungs-Zahler für den Schutz des Lebens von Politikern und Politikern bezahlt. Keiner dieser Politiker und Politikerinnen würde je auch nur ansatzweise über die Notwendigkeit des Schutzes von Landtagen in Deutschland oder des deutschen Bundestages nachdenken, da jedem Menschen bekannt ist, auch ohne Professor für Krimminal-Psychologie zu sein, dass Poltiker und Politkerinnen einer besonderen Gefahren-Situation in der Arbeit in den Landtagen und im deutschen Bundestag ausgesetzt sind oder sein können.

Nach dem schweren Amok-Attenat von Winnenden mit insgesamt 16 toten Menschen und sieben zum Teil schwer verletzte Menschen, inclusive zwei Polizei-Beamte, wird vermutlich normalerweise kein Mensch mehr in Frage stellen, ob Schüler und Lehrer, auch dann wenn diese sich in öffentlichen Gebäuden aufhalten, während des Schul-Unterrichts oder an Universität nicht offenbar auch einer erhöhten Gefährdung ausgesetzt sind.

Die Befürchtungen und Sorgen einiger Eltern sind umso besser verstehbar, wenn berücksichtigt wird, dass es nach dem Amok-Attentat von Winnenden bei Stuttgart am 11. März 2009 innerhalb eines Zeitraumes von weniger als einer Woche mehr als 60 weitere Amok-Attentats-Androhungen in Deutschland gab. In Ilsfeld bei Heilbronn führte eine solche Amok-Attentats-Drohung zur Verhaftung eines 19jährigen Schülers, der jetzt mit ernsten Konsequenzen rechnen muss.

Verbote und Kontrollen allein genügen nicht – Intelligente und gute Alternativen müssen geboten werden

Bei aller Arbeit, die jetzt von allen Politikern und von allen Bürgern und Bürgerinnen als Teil der Gesamtheit einer Gesellschaft in Deutschland geleistet werden muss, um den Schutz von Schülern und Lehrern in der Zukunft wirkungsvoll zu gewährleisten, ohne Schulen und Universitäten in Hochsicherheits-Gefängnisse zu verwandeln, muss auch über echte und wahre Alternativen nachgedacht werden.

Statt Computer-Kriegs-Spiele zu verbieten, eine Massnahme die auch psychologische Experten als kritisch betrachten, sollte vielleicht mehr über echte und wahre Alternativen zu Computer-Kriegs-Spielen, die in ganz Deutschland auch über das Internet verfügbar sind, nachgedacht werden.

Eine solche Alternative könnte eine Schaffung und Einrichtung einer Open Internet University Deutschland sein, bei der kostenfrei mit Hilfe ehrenamtlicher Mitarbeiter und von freiwilligen Unterrichtenden für alle Alters-Gruppen, Vorschüler, Schülern, Studenten, junge und alte Menschen, attraktive und kostenfreie Bildungs-Angebote mit einem Bonus-Punkte-System eingeführt werden, die beispielsweise auch im realen Leben an Schulen, Universitäten und weiteren Bildungs-Einrichtungen in Deutschland und in Europa genutzt werden könnten.

Vorteil eines solchen Systems: Verschiedene Generationen können sich so auch im Internet begegnen und nicht nur in einem Mehr-Generationen-Haus um für das Leben, Beruf, Arbeit und Allgemein-Bildung zu lernen.

Schon die Einführung einer solchen Open Internet University Deutschland könnte den Reiz stupider und langweiliger Computer-Kriegs-Spiele nehmen. In den Vereinigten Staaten von Amerika gibt es bereits ähnliche kostenfreie Bildungs-Angebote über das Internet.

Insbesondere in Anbetracht der wachsenden sozialen Spannungen in Zeiten von globalen Welt-Wirtschafts-Krisen, Hungersnöten, wachsender Zahlen der Massenarbeitslosigkeit auch in Deutschland, steigender Armut von Eltern und Kindern auch in Deutschland wäre eine Schaffung einer kostenfreien offenen Bildungs-Einrichtung mittels dem Internet eine Hilfe für Millionen junger und alter Menschen, die von zum Teil schwerster Armut in Deutschland bereits betroffen sind.

Wo sind die Street-Worker im Internet: Die Social-Web-Worker könnten schon bald die Arbeit aufnehmen

Aus Konflikt-Zonen in Berlin, Frankfurt, Köln, doch auch in Städten wie Speyer am Rhein und im Rhein-Pfalz-Kreis wollte vermutlich kaum ein Mensch mehr die wichtige Arbeit von Streetworkern, das meint Sozialarbeitern, die Kindern, jugendlichen Menschen und auch jungen erwachsenen Menschen auf der Strasse begegnen und sich um die Menschen mit fachkundiger Hilfe kümmern, verzichten.

„Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, dann muss der Berg zum Prophet kommen,“, besagt ein Sprichwort in Deutschland.

Demnach müssen die Politiker und Bürger auch darüber nachdenken, ob es nicht auch besonders sinnvoll wäre, wenn Internet-Seelsorger, Social-Web-Worker, das meint Sozial-Arbeiter, die speziell für die Arbeit als Sozial-Arbeiter im Internet geschult werden und Psychologen im Internet in Foren, in Internet-Bereichen, die von jungen Menschen, Schülern und jungen erwachsenen Menschen besonders gerne und häufig genutzt werden, begegnen könnten und als erste Hilfe- und Ansprechpartner auch für Schüler und Schülerinnen, die sich in möglicherweise psycho-sozialen Lebenskrisen befinden kostenfrei zur Verfügung mit geeigneten Hilfe-Angeboten stehen könnten.

Es besteht kein Zweifel, die Mehrheit der Menschen wünscht sich keinen Total-Überwachungs-Staat in Deutschland nach dem Vorbild einer Gestapo- und Stasi-Bespitzelung wie zu Zeiten der zwei großen Diktaturen in Deutschland. Solche Massnahmen wären in der Tat auch gegen das Grundgesetz und gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (United Nations).

Kein Zweifel besteht jedoch auch daran, dass Schüler und Leher geschützt werden müssen und, dass es jetzt die mit hoher Verantwortung verbundene Aufgabe nicht nur von Politikern und Bürgern als Teil einer Gesellschaft in Deutschland ist, interelligente Schutz-Maßnahmen zu installieren und alternative und intelligente Angebote zu Gewalt-verherrlichenden Unterhaltungs-Medien, seien es Internet-Medien oder Computer-Spiele, zu bieten.

Die Einführung einer Open Internet University Deutschland für alle Menschen auch als Beitrag zum Mehr-Generationen-Dialog mittels Internet und zur Förderung der Chancen im internationalen Wettbewerb erscheint als eine kostengünstige und einfach zu realisierende Massnahme neben weiteren Maßnahmen des Schutzes, die rein technisch und personell betrachtet mit einfachen Mitteln zu realisieren sind, sofern Politiker und die Bürger in einer Gesellschaft in der viele gesellschaftlich-soziale Bindungen durch maßlos erhöhten Druck durch Leistungs-Wettbewerb und zum Teil reines egoistisches Konkurrenz-Denken verloren gegangen sind.

Dass Schüler, Lehrer und weitere Teile große Teile der Gesellschaft in Deutschland sich in einer ernsten Krise befinden, wird vermutlich kaum ein Menschen in Frage stellen. Jetzt gilt es die richtigen Antworten zu finden, um aus Fehlern in einer Vielzahl von Krisen zu lernen und intelligente und gute Alternativen für eine sichere Zukunft zu finden, in der die kostenbare Werte, wie Solidarität, Wirken, Handeln und Arbeiten für die Demokratie, Nächstenliebe und Handeln mit Verantwortung wieder mehr in das Bewusstsein von Menschen gebracht werden.

Nicht nur junge Menschen müssen wieder neu lernen: Es geht nicht um das Gegeneinander, um Spaltung, Teilung und Ego-Trips. Es geht vielmehr darum zu lernen Werte wie Brüderlichkeit, Frieden, Freiheit, Gewalt-Prävention, Demokratie, Solidarität, Einigkeit und gute, friedliche Wege aus einer Vielzahl von zum Teil globalen Krisen schwersten Ausmaßes zu finden.

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